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  • Zainab Lax

MUSIKTHERAPIE IN BOCHUM

Seit Sommer 2019 gibt es auch an der Medizinischen Flüchtlingshilfe Bochum e.V. ein smuiktherapeutisches Angebot von mir. Es findet alle zwei Wochen in dem MFH-Projekt „(D)ein Raum“, welches als Ziel hat Begegnung durch kreative Ansätze entstehen zu lassen und das Entstehen von unterstützenden Netzwerken und Selbsthilfe fördert.


In unserem musiktherapeutischen Angebot wird ein besonderer Fokus auf das Empowerment der Einzelnen gelegt, aber auch Community-building stellt einen großen Teil des Angebots dar. Häufig findet dabei schon das Kennenlernen zu einem großen Teil durch Hilfe von Musik statt. Hierbei ist ein großer Teil der Arbeit rezeptiv, was bedeutet, dass Musik gehört wird und die Therapeutin anhand von Fragen zur Musik mehr über die jeweilige Person herausfinden kann. Musik ist einerseits ein guter Eisbrecher, andererseits kann über die Art, wie jemand Musik hört viel über die Persönlichkeit herausgefunden werden. Ist der Text im Vordergrund oder doch mehr das Gefühl, welches über die Musik vermittelt wird? Wird eine bestimmte Musik mehr dazu eingesetzt, um sich selber zu entspannen, sich zu aktivieren, oder assoziiert man eine bestimmte Erinnerung mit einem Musikstück? Schon hierbei können interessante Gespräche entstehen.

Ist die Sprachbarriere noch recht groß, ist der Redeanteil einer Sitzung eher klein, stattdessen wird mehr musiziert, so dass dieses Angebot auch ohne Sprachmittler*innen möglichst inklusiv ist. Musikalische Vorkenntnisse werden aber natürlich nicht vorausgesetzt. Oft wird das Interesse der Klient*innen durch das Erlernen eines Instruments geweckt. Im Vordergrund des Angebots stehen jedoch Austausch und Ausdruck durch Musik, sowie das, was die Musik in den Teilnehmenden auslöst. Das Ausprobieren und Kennenlernen von eigenen Ressourcen bietet in vielerlei Hinsicht Potential, sich besser zu fühlen. Übt man auf einem Instrument, fällt es einem leichter um beispielsweise im „Hier und Jetzt“ zu bleiben und weniger zu grübeln und sich gedanklich im Kreis zu drehen. Andererseits bietet ein Instrument auch immer die Möglichkeit, Gefühle zum Ausdruck zu bringen, die vielleicht nicht so gut in Worte zu fassen sind.

Musik bietet vielerlei Facetten, um sich selbst besser zu fühlen. Wichtig ist uns hierbei der Empowerment-Ansatz: Die Therapeutin hilft dabei, die eigenen Stärken zu entdecken, sodass die Klient*innen auch nach der Therapie von sich aus Musik als eine eigene Ressource kennen und diese selbstständig einsetzten können.

Neben dem musiktherapeutischen Angebot bieten wir in (D)ein Raum Kunsttherapie (auch speziell für Kinder) an, wir haben ein Sprachcafé für Frauen und ihre Kinder, Nachhilfeangebote und immer wieder Anlass bezogene Aktivitäten, nach dem Wunsch unserer Klient*innen. All das bietet eine Ergänzung zu unserem Therapie- und Beratungsangebot für Folterüberlebende und zeigt wie vielseitig Unterstützung gestaltet sein kann und sollte.







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